27.04.2017

zucker oder frei? :-)

hallo ihr lieben, 

seit einem jahr esse ich nun schon zucker-arm... und es ist
 interessant zu sehen, wie diese ernährung das leben verändert.

ich habe natürlich abgenommen und ja, es geht mir gesundheitlich viel besser.
aber das ist nicht alles. ich bin wirklich der meinung, dass allein die 
tatsache, dass ein mensch weniger zucker zu sich nimmt, eine menge 
in gang setzt, was das ganze leben betrifft... 

wir fangen an, anders zu denken, andere perspektiven zu sehen, 
andere wünsche zu haben - oder sogar: weniger wünsche 
und dafür mehr zufriedenheit. es ist nicht einfach zu beschreiben,
man muss es selbst erleben. es ist als ob wir plötzlich ein wenig
 "hinter die kulissen" sehen können und viel klarer erkennen,
an wie vielen stellen wir bisher nicht hinterfragt haben.

woran das liegt? nun, ich bin kein ernährungswissenschaftler. nur aus meiner
eigenen erfahrung kann ich sagen, ich fühle mich mit zuckerarmer ernährung wie
"entgiftet". als ob sich ein schleier hebt, als ob ich mehr sehe und
verstehe. das geht so weit, dass ich das gefühl habe, mir fallen ganz andere
 texte, artikel, informationen in die hände - die mich vielleicht früher nie
interessiert hätten, mir aber jetzt zu denken geben... über ein leben mit weniger
besitz, über eine freier gelebte partnerschaft, über scheinbare lebensziele, 
die uns in wirklichkeit nur kaputt machen und sich am ende doch als 
trug erweisen könnten, als "viel lärm um nix". und wir stellen
fest, dass es im grunde nichtmal unsere eigenen waren, sondern
dass wir sie nur übernommen haben.

harter toback und das, obwohl wir nur von zucker reden? stimmt. 
aber im prinzip ist die ebene egal, auf der wir uns unterhalten. 
denn der sinn lässt sich überall herauslesen :-) natürlich funktioniert
das auch nicht innerhalb einiger wochen. ich wollte erst nur ein paar
wochen machen, dann wurden es monate, zwischendurch hatte ich
auch mal "aussetzer", aber irgendwie - und relativ leicht - habe
ich immer wieder zur zuckerarmen ernährung zurückgefunden. 
diese ostern waren das erste ostern, an dem wir nicht wie sonst osterhasen
 und eier aus schokolade gekauft haben - irgendwie wollte das keiner mehr.

selbst meine tochter (10) hat für sich selbst entschieden, 
dass sie nur wenig zucker essen will. sie hat es bei mir gesehen 
und für sich als sinnvoll befunden - ohne dass ich es ihr auferlegt hätte. 
das finde ich bemerkenswert, denn sie macht einfach ganz intuitiv, 
was ihr guttut.

die sehnsucht? ein einfacheres leben. nicht mehr krank und ständig müde sein. 
wieder das gefühl haben, dass meine zeit mir gehört. wieder das gefühl haben, 
dass ich noch weiss wer ich bin, so wie als kind, als zeiträume noch endlos waren, 
als "flow" noch an der tagesordnung war, als wir noch dachten, 
dass wir gut sind, so wie wir sind. 

 nicht mehr "abhängig" sein, mich freier fühlen, 
ein "klareres körpergefühl" haben. einen moment nur am tisch
sitzen und aus dem fenster sehen - statt gleichzeitig zu arbeiten, mails
zu checken und auf whats app zu schreiben und das über 10 stunden.

zuhause ausmisten, weggeben, was ich nicht mehr brauche.
den fernseher auslassen. drei dinge von der to-do-liste
streichen, die eigentlich überflüssig sind und mich eh nur
überfordert hätten. der geruch von frisch gemähtem
rasen. die frage, ob die dinge wirklich alle so sein müssen 
wie ich es glaube oder glaubte. erst zu mir stehen, bevor ich es 
anderen recht mache - oder überhaupt recht mache.

die frage, ob ich wirklich mehr - oder vielleicht weniger brauche
um glücklich zu sein. wieso glaube ich, dass ich etwas 
"brauche", wirklich zwanghaft brauche, um glücklich zu sein. 
oder noch schlimmer: um als glücklich zu gelten? 
wieso?

wieso glaube ich, dass ich nachmittags einen kaffee
und schokolade brauche, um es gemütlich zu haben?

mein frühstück heute morgen hat mich wunderbar zufrieden gemacht:

 schwarzer tee mit vollmilch
naturjogurt mit frischer papaya,
zimt & geriebener bio-vanille 

und ein paar selbstgemachte weisse "schokoladen-scherben"


natürlich kann man bei zuckerarmer ernährung auch ganz auf obst
verzichten, das braucht es aber bei mir garnicht. ich versuche, wenig obst
zu essen und obstsorten zu wählen, die eher zuckerarm und gut verträglich
sind wie papaya, grapefruit, blaubeeren, auch mal erdbeeren. unsere ernährung
wird ja nie "zuckerfrei" sein. aber wenn wir uns klar machen, worin überall
zucker enthalten ist, wird schnell deutlich, dass es sich extrem häuft. wir können
allein schon viel tun, indem wir zunächst den offensichtlichen zucker
(süßigkeiten, säfte, kuchen, soßen) weglassen.

habt ihr mal geschaut, wieviel zucker balsamico-essig hat?
wieviel zucker in gewürzgurken oder ketchup enthalten ist?
oder gekauftem eiweiss-baiser? der hit.

meine grundregel ist, wenn ich mal lust auf süßes habe, soll es möglichst
selbst gemacht sein. dabei kann ich dann zucker  durch reissirup 
ersetzen oder glutenfreies mehl verwenden. doch selbst wenn ich
mal zucker esse, kann ich am nächsten tag einfach wieder zuckerarm
essen und mir den ausrutscher verzeihen - ich falle deshalb nicht
wieder in meine "alte" ernährung zurück - weil ich es nichtmehr will.

und hier das rezept für die falschen schoko-scherben - wenn einem
mal nach etwas "süßem" ist. und wie schön ist es bitte, wenn das dann
auch noch gesund ist - anstatt müde zu machen und zu übersäuern?


liebe grüße,




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